Lektion 1 · 6 Min. Lesezeit
Tarotkarten lesen
Um Tarot zu lesen, stellst du eine klare Frage, mischst, legst die Karten in einer Legung aus, deutest jede Karte an ihrer Position und schaust dann, wie die Karten zusammenhängen.
Was eine Tarot-Deutung ist
Ein Tarotdeck hat 78 Karten. Jede Karte zeigt eine typische menschliche Situation: einen Neubeginn, einen Verlust, eine Entscheidung, ein Fest. In einer Deutung ziehst du ein paar Karten und nutzt sie als Denkanstöße, um deine Frage aus neuen Blickwinkeln zu betrachten.
Die meisten Menschen lesen Tarot heute zur Selbstreflexion und nicht, um die Zukunft vorherzusagen. Die Karten entscheiden nichts für dich. Sie helfen dir zu bemerken, was du ohnehin fühlst, und darüber nachzudenken, was du als Nächstes tun könntest.
Schritt 1: Stell eine klare Frage
Gute Deutungen beginnen mit guten Fragen. Offene Fragen zu dir selbst funktionieren am besten, zum Beispiel „Was muss ich in Bezug auf meinen Job verstehen?“ statt „Werde ich entlassen?“. In unserem Leitfaden zu Fragen ans Tarot siehst du, wie du aus einer Sorge eine Frage machst, auf die die Karten antworten können.
Schritt 2: Mischen und ziehen
Misch auf eine Weise, die sich für dich natürlich anfühlt, und denk dabei an deine Frage. Wenn du bereit bist, hörst du auf und ziehst Karten von oben, oder du hebst das Deck ab und ziehst von der Stelle, an der es sich teilt. Es gibt keine einzig richtige Methode. Such dir eine aus und bleib dabei.
Schritt 3: Eine Legung auslegen
Eine Legung ist ein Muster, in dem jede Position eine eigene Bedeutung hat. Anfängern gelingt der Einstieg gut mit der Eine-Karte-Legung als Tagesimpuls oder mit der Dreierlegung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wenn dir diese leichtfallen, probier das Keltische Kreuz.
Schritt 4: Jede Karte an ihrer Position deuten
Schau dir zuerst das Bild an. Wer ist darauf zu sehen, was tut die Person, und wie wirkt das auf dich? Lies dann die Bedeutung auf der Kartenseite und überlege, wie sie zur Position passt. Die Fünf der Kelche an der Position „Vergangenheit“ weist auf einen Verlust hin, den du erlebt hast, während sie an der Position „Rat“ dich einlädt, dich dem zuzuwenden, was geblieben ist.
Wenn eine Karte auf dem Kopf liegt, kannst du sie umgekehrt deuten. In unserem Leitfaden zu umgekehrten Karten erfährst du einfache Wege dazu.
Schritt 5: Die Karten zu einer Geschichte verbinden
Tritt jetzt einen Schritt zurück. Sind viele Karten aus einer Farbe dabei? Viele Kelche rücken die Gefühle in den Mittelpunkt, und viele Karten der Großen Arkana deuten auf ein großes Lebensthema. Steigen oder wiederholen sich die Zahlen? Schauen die Figuren einander an oder wenden sie sich ab? Solche Verbindungen machen aus einzelnen Bedeutungen eine zusammenhängende Geschichte.
Fass die Deutung zum Schluss in ein oder zwei Sätzen zusammen und schreib sie auf. Alte Deutungen später noch einmal anzuschauen, ist einer der schnellsten Wege zum Lernen.
So übst du
Zieh jeden Morgen eine Karte und überlege, wie sie sich in deinem Tag zeigen könnte. Am Abend schaust du, was daraus geworden ist. Das Tool Tageskarte nimmt dir das Ziehen ab, und nach ein paar Wochen kennst du die meisten Karten, ohne etwas nachschlagen zu müssen.
Häufige Fragen
Kann jeder Tarot lesen?
Ja. Tarot zu lesen ist eine Fähigkeit, die du durch Üben mit den Bildern und Bedeutungen lernst. Du brauchst dafür keine besondere Gabe.
Muss ich alle 78 Karten auswendig lernen?
Nein. Fang mit den 22 Karten der Großen Arkana an und lerne die Bedeutung der vier Farben und der Zahlen. Damit kannst du dir die meisten Karten der Kleinen Arkana selbst erschließen.
Wie viele Karten sollte ein Anfänger ziehen?
Eine bis drei. Eine einzelne Karte oder eine Dreierlegung lässt sich gut in der Tiefe deuten, und du lernst mehr von drei Karten, die du in Ruhe liest, als von zehn, die du schnell überfliegst.